Besserer Hochwasserschutz für Zürich: Spatenstich für Schwemmholzrechen

22.04.2016

Ein Hochwasser in Zürich würde Schäden in Milliardenhöhe verursachen. Der Kanton hat deshalb ein umfassendes Hochwasserschutzkonzept beschlossen. Am 22. April 2016 fand der offizielle Spatenstich unter Beteiligung von Regierungsrat Markus Kägi für eines der zentralen Bauwerk zur Verbesserung des Hochwasserschutzes in Zürich statt: einem grossen Rückhalteraum für Schwemmholz an der Sihl. Basler & Hofmann ist für das Projekt seit dem ersten Variantenstudium verantwortlich und begleitet es bis zur Inbetriebnahme 2017.

Visualisierung des Schwemmholzrechens: Am Querrechen sammelt sich das Treibgut.

Gefahrenquelle Schwemmholz

Die Hochwasser von 2005 und 2007 zeigten, dass die Sihl bei erhöhtem Wasseraufkommen nicht nur Geschiebe transportiert, sondern auch grössere Mengen an Schwemmholz. Gestrüpp und Baumstämme sind ein tückisches Treibgut, da sie Brücken oder andere Durchlässe rasch verstopfen und dann zu katastrophalen Überschwemmungen beitragen. Ein "Hot Spot", der davon betroffen sein könnte, ist der Zürcher Hauptbahnhof mitsamt seiner unterirdischen Infrastruktur, die dann geflutet würde. Es gilt also das Schwemmholz möglichst effizient abzufangen.

Schwemmholz wird aus der Kurve getragen

Bei einem Extremhochwasser (einem dreihundertjährigen Ereignis) kann die Sihl bis zu 12'000 Kubikmeter Lockervolumen an Schwemmholz mobilisieren. Basler & Hofmann wurde 2010 damit beauftragt, einen Schwemmholzrückhalt für dieses Volumen zu planen und zu projektieren. 16 Varianten an 4 möglichen Standorten wurden untersucht. Der Standort "Rütiboden" bei Langnau am Albis erwies sich als der geeignetste. Hier entsteht nun in einer Rechtskurve der Sihl seitlich des Flusses ein Rückhalteraum, in den die Fliehkraft des Wassers das Schwemmholz im Hochwasserfall treibt. Der Raum wird durch den Schwemmholzrechen, der aus 67 Stäben besteht, vom Flusslauf abgetrennt und das Schwemmholz dadurch zurückgehalten.

Testversuche im Massstab 1:40

Um die Wirksamkeit des Rückhalteraums und des Schwemmholzrechens zu prüfen und seine Geometrie zu optimieren, wurde an der Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie (VAW) der ETH Zürich ein exaktes Modell im Massstab 1:40 nachgebaut und das Verhalten im Hochwasserfall simuliert. Das aufwändige Verfahren gibt Sicherheit: Das Schutzbauwerk, das nun gebaut wird, wird gemäss Modellversuch 95 Prozent der anfallenden Schwemmholzmenge zurückhalten.  

Weitere Informationen:

Infoseite des Amts für Wasser, Abfall, Energie und Luft des Kantons Zürich