Grosser Erfolg für Engagement in Haiti

05.06.2014

Die DEZA engagiert sich seit 2010 für erdbeben- und wirbelsturmsichere Schulen in Haiti und entwickelte drei Bautypen (Stahlbeton, eingefasstes Mauerwerk, Holzfachwerkbau) für einfache, aber sichere Schulbauten. Ingenieure von Basler & Hofmann waren von Anfang an bei dieser Aufbauarbeit beteiligt und haben den Prozess durch ihr Fachwissen unterstützt. Nun kann sich das Team über den Erfolg des unermüdlichen Einsatzes freuen: Per ministeriellem Dekret vom 1.4.2014 hat das haitianische Bildungsministerium die drei Bautypen zum verbindlichen Standard für sämtliche neue Schulbauten in Haiti erklärt.

Zweigeschossige Schule aus Stahlbeton

Ein nationaler Standard für Schulbauten

Einer der Schwerpunkte der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) in Haiti liegt im Wiederaufbau von Schulen, die bei dem grossen Erdbeben 2010 zerstört wurden. Das Ziel des Schweizer Engagements sind neue erdbeben- und wirbelsturmsichere Schulbauten für das von Naturgefahren bedrohte Land. In enger Zusammenarbeit mit den haitianischen Behörden entwickelte das Projektteam drei Schulhaustypen, die an die verschiedenen örtlichen Rahmenbedingungen in Haiti angepasst wurden und den Schülerinnen und Schülern einen sicheren Raum zum Lernen bieten. Die Bautypen aus Stahlbeton und eingefasstem Mauerwerk wurden gebaut und haben sich erprobt. Der Bautyp aus Holz ist zurzeit in Ausführung. Diese drei Bautypen wurden vom Ministerium für nationale Bildung und Berufsbildung in Haiti zum verbindlichen Standard für sämtliche neue Schulbauten erklärt. Dies ist ein ausserordentlicher Erfolg für die unermüdliche Arbeit des Teams vor Ort – und gleichzeitig ein wichtiger Schritt hin zu einem einheitlichen und guten Qualitätsniveau beim Bau neuer Schulen.

Im Oktober 2012, wurden die ersten beiden von der DEZA erstellten Schulen des Bautyps "Stahlbeton" eingeweiht. Derzeit sind sechs Schulen in Ausführung. Bis Ende 2017 plant die DEZA circa zehn weitere Schulen zu bauen. Dank der neuen Standards werden nun auch Schulen, die von anderen Organisationen finanziert werden, erdbeben- und wirbelsturmsicher gebaut. Das ist ein grosser Meilenstein für Haiti. Die grosse Herausforderung liegt nun darin, die Qualität auch in der Bauausführung sicherzustellen.

Bautyp je nach örtlichen Gegebenheiten

Die drei Bautypen unterscheiden sich vor allem in Konstruktion und Material, die an die örtlichen Gegebenheiten angepasst werden müssen. So ist für städtische Gebiete mit engen Platzverhältnissen ein zweigeschossiger Stahlbeton-Bau vorgesehen. In gut erreichbaren ländlichen Gebieten sind eingeschossige Bauten aus eingefasstem Mauerwerk empfohlen. In sehr abgelegenen Gebieten, die nur zu Fuss oder mit Lasttieren zu erreichen sind, sieht die Norm einen schlichten Holzbau vor.