Solarer Winterstrom aus der Schweiz: Studie zeigt Potenzial der heimischen Photovoltaik für die kalten Monate auf

25.01.2021

Der heutige Photovoltaik-Anlagenpark der Schweiz produziert einen Viertel seines Energieertrags im Winterhalbjahr. Mit realistischen Anreizen für Photovoltaik-Anlagen mit einem höheren Winterstromanteil könnte die Winterstromproduktion auf 30% erhöht werden. Dies sind die Resultate einer neuen Studie, die Basler & Hofmann im Auftrag des Bundesamts für Energie durchführte.

Aufgrund ihrer geografischen Lage verbraucht die Schweiz mehr Strom im Winter als im Sommer. Die Photovoltaik (PV) zeigt genau das gegenteilige Verhalten: Da die Sonnenstunden im Winter deutlich geringer sind als im Sommer, ist der Energieertrag der Anlagen im Winterhalbjahr tiefer. Welchen Beitrag kann die heimische Photovoltaik gegeben dieser Tatsache zur Stromproduktion im Winter leisten? Dieser Frage sind PV-Experten von Basler & Hofmann in der "Studie Winterstrom Schweiz" auf den Grund gegangen.

Mit gezielten Anreizen zu einem Winterstromanteil von bis zu 30%

Gemäss aktuellen Studien könnten in der Schweiz 2035 rund 30 TWh Solarstrom pro Jahr erzeugt werden – das entspricht der künftig wegfallenden Strommenge aus Kernkraftwerken plus einem Anteil für die Elektromobilität. In der vorliegenden Studie wurde anhand dreier Szenarien untersucht, wie viel Prozent davon im Winter produziert werden könnte. Wird der künftige PV-Anlagenpark wie bisher gebaut, entfallen 26% der Stromproduktion auf das Winterhalbjahr. Würden die 30 TWh nur an den am besten für Winterstrom geeigneten Dach- und Fassadenflächen realisiert, so wäre die Winterproduktion 35%. Dies ist jedoch wirtschaftlich und architektonisch nicht erstrebenswert. Bei einem mittleren Szenario, das realistische Anreize für PV-Anlagen mit einem höheren Winterstromanteil wie zum Beispiel Fassadenanlagen oder aufgeständerte Anlagen könnte die Produktion im Winter auf bis zu 30% gehoben werden.

6% höhere Investitionskosten für winteroptimierten PV-Zubau

Winter-Solarstrom ist etwas teurer als Sommer-Solarstrom, da winterstromoptimierte PV-Anlagen etwas teurer sind als die übrigen Anlagen. Die Studie hat ergeben, dass die Investitionskosten für das mittlere Szenario mit gezielten Anreizen für die Installation von winteroptimierten PV-Anlagen bei 40.8 Mrd. CHF, die Investitionskosten für das Szenario eines Zubaus des bisherigen Anlagenparks bei 38.4 Mrd. CHF liegen.

 

Studie als PDF zum Download