Studie zu Tempo 30 auf kantonaler Hauptachse in Zug liegt vor: deutliche Lärmminderung

03.05.2018

Die Grabenstrasse, eine Hauptverkehrsachse in der Stadt Zug, muss lärmsaniert werden. Ein Bundesgerichtsurteil vom Februar 2016 forderte von der Gemeinde genauere Abklärungen zur Einführung von Tempo 30. Der Expertenbericht von Basler & Hofmann liegt nun vor und zeigt, dass Tempo 30 vor allem nachts und am Wochenende die Anwohner deutlich vom Lärm entlastet. Die Akzeptanz bei den Verkehrsteilnehmern war hoch. Weitere Forschungsprojekte zu Tempo 30 auf Hauptverkehrsstrassen sind derzeit noch in Arbeit.


Die Grabenstrasse ist eine kantonale Hauptstrasse durch die Altstadt von Zug. Die rund 14‘500 Fahrzeuge, die hier täglich passieren, führen dazu, dass die Immissionsgrenzwerte für Lärm überschritten werden. Für die Grabenstrasse sind deshalb Sanierungsmassnahmen zu treffen. Anwohner forderten die Einführung von Tempo 30 und gelangten damit bis vor das Bundesgericht. Das hiess die Beschwerde in seinem Urteil vom 3. Februar 2016 teilweise gut und forderte genauere Untersuchungen zum Lärmminderungspotenzial von Tempo 30 – insbesondere in der Nacht. Basler & Hofmann erhielt den Auftrag, die Auswirkungen von Tempo 30 an der Grabenstrasse vertieft zu untersuchen. Die Ergebnisse liegen nun vor und bieten aufschlussreiche Erkenntnisse für ähnliche Verkehrssituationen.

Deutliche Reduktion in der Nacht und am Wochenende

Für 6 Monate wurde ein Tempo-30-Versuch in der Grabenstrasse durchgeführt. Zu untersuchen waren die Lärmimmissionen (Pegel, Charakteristik), der Verkehrsfluss sowie die Akzeptanz von Tempo 30 bei den Verkehrsteilnehmern. Auch mit Tempo 30 veränderte sich das Verkehrsgeschehen auf der Grabenstrasse nicht: Es fuhren weiterhin gleich viele Fahrzeuge durch die Strasse – wenngleich etwas flüssiger. Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens an den Werktagen fahren die Autos nämlich auch bei einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h kaum schneller als 25 km/h. Deutlich reduziert haben sich hingegen die Geschwindigkeiten am Abend, in der Nacht und am Wochenende – und damit auch die Lärmbelastung. Der mittlere Lärmpegel nimmt an Werktagen in der Nacht um 1 bis 2 Dezibel, an den Wochenenden sogar um 3 bis 4 Dezibel ab. Zudem sinkt der Spitzenpegel nachts um bis zu 5dB, also deutlich wahrnehmbar, und es treten weniger störende Einzelgeräusche auf. Der Verkehr verstetigt sich. Die Stadt Zug hat die Studie nun veröffentlicht und plant die Einführung von Tempo 30 in der Grabenstrasse.

Weitere Forschungsarbeit

Da es bisher nur wenige Hauptstrassen mit Tempo 30 in der Schweiz gibt, können die Erkenntnisse aus dem Versuch auch für andere Gemeinden aufschlussreich sein. Sie fliessen in das Forschungsprojekt „Tempo 30 auf Hauptverkehrsstrassen – Einsatzgrenzen und Umsetzung“ ein, an dem Basler & Hofmann beteiligt ist und das Ende 2018 abgeschlossen wird.

 

Studie als PDF zum Download