Weltweit erstes energieautarkes Mehrfamilienhaus eingeweiht

06.06.2016

In Brütten nahe Winterthur wurde das weltweit erste völlig energieautarke Mehrfamilienhaus in Betrieb genommen. Das Pioniervorhaben, das die Umwelt Arena Spreitenbach mit zahlreichen Partnern realisiert hat, hat keinen Anschluss an eine externe Energieversorgung. Die Sonne ist die einzige Energiequelle. Das stellt die Planer vor zwei Herausforderungen: Wie wird die Energie möglichst effizient "geerntet" und wie wird sie gespeichert, damit auch an trüben Wintertagen geheizt und gekocht werden kann? Basler & Hofmann war für die Entwicklung der neuartigen PV-Fassade verantwortlich und war als Berater für das Speicherkonzept tätig.

Gesamtansicht aus Richtung Strubikonerstrasse - das Gebäudevolumen gliedert sich in mehrere Giebelkörper. Foto: René Schmid Architekten AG, René Dürr

Pilot-Projekt für eine neue PV-Ästhetik

Noch stossen Photovoltaikmodule als Fassadenelemente auf wenig Resonanz. Nicht ästhetisch genug, zu teuer – so lauten die Argumente. Mit dem Pionierprojekt Brütten will Architekt René Schmid nun in Sachen PV-Fassade einen grossen Schritt nach vorne machen. Das neue Mehrfamilienhaus ist von oben bis unten in Photovoltaik gehüllt. Das ist dem Gebäude jedoch nicht anzusehen: Mit seiner matt-anthrazitfarbenen Fassade und den hellen Holzfenstern wirkt es auf elegante Weise natürlich. Die neuartige Fassadenlösung, die unter der Projektleitung von Basler & Hofmann entwickelt wurde, besteht aus rahmenlosen Standard-Dünnschichtmodulen, die in jeglichen Sondergrössen zu beziehen sind. Durch eine spezielle Oberflächenbehandlung wurde das Modul zu einer homogenen, matt anthrazitfarbenen "Bauplatte" weiter entwickelt. Diese wurde eingehend auf ihre statischen Eigenschaften und ihr Verhalten bei Schlagschatten überprüft.

Wirtschaftlichkeit der PV-Fassade

Nicht nur ästhetisch auch wirtschaftlich schneidet die Fassade sehr gut ab: Die Baukosten liegen etwas niedriger als bei einer Standard-Glasfassade. Dank der Stromproduktion ist die PV-Fassade nach rund 30 Jahren sogar günstiger als eine verputzte Fassade. Das Bundesamt für Energie hat die Entwicklung der neuartigen Gebäudehülle unterstützt.

Medienmitteilung der Umwelt Arena Spreitenbach zur Eröffnung
Zur Website der Umwelt Arena

Beteiligte bei der Entwicklung der PV-Fassade

Bauherr: Umwelt Arena Spreitenbach
Architekt: René Schmid Architekten AG
Basler & Hofmann AG: Projektleitung PV-Fassade, Konzept PV-Fassade, FE-Modellierung zum Tragverhalten, Beratung zu Speicherkonzepten
Ernst Schweizer AG Fassadenbau
Hochschule Luzern: Prüfung der Wirkung von Schlagschatten auf den PV-Modulen
Centre Suisse D'Electronique et de Microtechnique SA CSEM: Verschmutzungstests
Micro-Finish SA, Villeneuve: Oberflächenbehandlung