Gebäudetechnik: Wenn «digital» und «analog» verschmelzen

Für die Erweiterung des Bürogebäudes von Basler & Hofmann in Esslingen, Kanton Zürich, haben die Projektbeteiligten alle Gewerke der Gebäudetechnik ausschliesslich und zeitgleich in einem einzigen digitalen Modell geplant. In der Lüftungstechnik erfolgten sowohl die Produktion wie auch die Montage direkt aus dem Modell. Ein Besuch auf der Baustelle zum Zeitpunkt der Montage der Lüftung gibt Einblick in die in die Zukunft des Bauens: Montiert wird direkt ab Tablet und in einem Pilotversuch gar mit einer Augmented Reality Brille.

 
 
 

Es ist ein sonniger Vormittag im Februar. Wir treffen Maximilian Weiss, BIM-Koordinator bei Basler & Hofmann, auf der Baustelle in Esslingen. In den Händen hält er ein Tablet. Auf dem Bildschirm ist ein dreidimensionales Modell mit unzähligen, eng aneinander vorbeilaufenden Leitungen zu sehen. Auf dem digitalen Modell sind sämtliche Gewerke der Gebäudetechnik abgebildet. Der Koordinator macht sich vor Ort ein Bild von der Übersetzung der Daten in die Realität. Das Resultat der Prüfung ist erfreulich: Sämtliche Leitungen kommen wie geplant aneinander vorbei. Heute sehe man häufig, dass jeder Fachplaner ein eigenes Modell für sein Gewerk erstelle. Dabei liege die Stärke der digitalen Planung genau darin, dass man durch die Integration aller Daten in einem einzigen Modell frühzeitig Konflikte erkennen kann, erklärt Maximilian Weiss.

«In der Augmented Reality Brille verschmilzt das digitale Modell mit der physischen Realität»

Auf der Baustelle in Esslingen ist die Mittagspause vorbei. Die Arbeit mit dem Tablet ist für Roman Marti, Projektleiter Kontrollierte Wohnungslüftung bei Meier-Kopp, mittlerweile täglich Brot. Diesen Nachmittag erhält er von Federico Mazzolini, ebenfalls BIM-Koordinator bei Basler & Hofmann ein neues Arbeitsinstrument: eine Augmented Reality (AR) Brille. In der Brille verschmilzt das digitale Modell mit der physischen Realität. «Die Brille zeigt mir an, wo genau das nächste Lüftungselement montiert werden muss», so Marti. Jedes der Lüftungselemente ist mit einer Identifikationsnummer (ID) versehen. Mit dieser hat bereits der Hersteller der Rohre gearbeitet: Dazu sind die Daten aus dem digitalen Modell direkt an die Produktion geflossen. Diese hat die Rohre entsprechend des digitalen Modells hergestellt und mit der ID versehen, die Roman Marti nun mit der AR Brille vor Ort auf der Baustelle zur Positionierung der einzelnen Elemente einliest. Was im Rahmen des Erweiterungsbaus des Bürohauses in Esslingen für Basler & Hofmann ein Pilotversuch ist, werde auf Baustellen bald häufiger anzutreffen sein, ist Federico Mazzolini überzeugt. «Die Brille erleichtert die Montage und steigert die Qualität in der Ausführung», so der BIM-Koordinator.

 
 
 
 

Projektbeteiligte

Bauherrschaft: Basler & Hofmann AG

Gesamtprojektleitung: Basler & Hofmann AG

Architektur: Stücheli Architekten AG

Baumeister: Marti AG

BIM-Koordination: Basler & Hofmann AG

Fachplaner (Hochbau, Grundbau, Gebäudetechnik, Bauphysik / Akustik, Brandschutz, Werkleitungen): Basler & Hofmann AG

Datenerhebung für die Modellierung des Gebäudebestands (Laserscanning, drohnengestützte Fotogrammetrie): Basler & Hofmann AG

Fassadenplanung: feroplan engineering ag

Softwareentwicklung AR-Pilot Lüftungstechnik: Zheit GmbH