EDITORIAL

Lebensdauer schaffen und erneuern

Liebe Leserinnen und Leser

Die Lebensdauer ist ein sehr persönliches Thema. Jede und jeder ist damit konfrontiert, dass das Leben einen Anfang und ein Ende hat. In diesem Magazin fragen wir: Welche Lebensdauer haben unsere Bauwerke? Technisch existiert der Begriff «Lebensdauer» nicht. Wir Ingenieure und Planerinnen sprechen meist von Nutzungsdauer. Doch auch ein Bauwerk hat einen Anfang, eine Zeit des Bestehens und ein Ende. In der Planung legen wir Bauwerke darauf aus, dass sie so lange wie möglich und gewünscht tragfähig, gebrauchstauglich und sicher bleiben.

Unsere Bauwerke sollen sich in der Welt behaupten und äusseren Einflüssen standhalten.

Jedes Bauwerk hat im übertragenen Sinn einen Lebenssinn – den Zweck, für den es gebaut wird. Unsere Auftraggeber und Kundinnen bestimmen diesen. Und wie der Mensch ist auch ein Bauwerk nach seiner Schaffung nie wirklich vollendet: Es verändert sich mit der Zeit und mit den Anforderungen, die an das Bauwerk gestellt werden. Wie der Mensch braucht dieses ausserdem Pflege, damit es standhält und nicht vorzeitig zerfällt.

Manche der Werke, die wir planen und projektieren, sind «schwierige Geburten». Doch sie sind fast ein bisschen wie Kinder für uns. Wir stecken viel Engagement, Energie und Wissen in sie und ihre Beständigkeit. Unsere Bauwerke sollen sich in der Welt behaupten und äusseren Einflüssen standhalten.

Heute geht es immer häufiger darum, bestehende Bauwerke zu erhalten, neue Formen der Nutzung zu ermöglichen und sie als die Ressourcen zu sehen, die sie sind. Auch davon handelt dieses Magazin.

Eine inspirierende Lektüre wünscht Ihnen