Digitalisierung
Immobilien
Infrastruktur
– News

Fast am Ziel: Sophie und Michael blicken auf ihre Berufslehre zurück

Lernende vor dem Abschluss Juni 2026
Kurz vor dem Lehrabschluss als Zeichnerin bzw. Geomatiker: Sophie Schönsee und Michael Sieber.

Sophie Schönsee steht kurz vor der Berufsmaturität und dem Lehrabschluss als Zeichnerin Ingenieurbau EFZ, Michael Sieber hat den Abschluss als Geomatiker EFZ fast schon in der Tasche. Im Interview erzählen sie, warum sie diese Berufe gewählt haben, wie sie die Lehre bei Basler & Hofmann erlebt haben und wo sie sich in Zukunft sehen.

Basler & Hofmann bildet in Luzern und Zürich laufend Zeichner:innen im Bereich Ingenieurbau und Geomatiker:innen aus (siehe: Arbeiten bei uns). Sie werden von Berufs- und Praxisbildnerinnen und -bildnern durch ihre Lehre begleitet. Wir haben Sophie und Michael kurz vor dem Abschluss ihres Qualifikationsverfahrens gefragt, wie sie ihre Lehrzeit bei uns erlebt haben.

Michael und Sophie, wie geht es euch, so kurz vor dem Lehrabschluss?

Michael: Gut. Die IPA-Prüfung – die Individuelle Praktische Arbeit – habe ich schon abgeschlossen und die schriftlichen Prüfungen des Qualifikationsverfahrens auch fast alle. Nun kommt noch die Prüfung im Fach Allgemeinbildung. Es lief alles gut, ich erwarte demnächst den Bescheid, dass ich bestanden habe.

Sophie: Ich mache die gestalterische Berufsmaturität und diese Prüfungen sind schon fast durch. Ende Juni folgen nun noch die Prüfungen des Qualifikationsverfahrens für den Lehrabschluss. Es ist gerade eine stressige Zeit, ich bin jeden Tag am Lernen.

Schalungsplan einfach
In der praktischen Prüfung muss die angehende Zeichnerin EFZ Sophie Schönsee anhand von Textangaben Pläne wie diesen Schalungsplan für Wände und Decke eines Einfamilienhauses erstellen.

Erinnert ihr euch noch an den Tag, als ihr die Zusage zur Lehre erhalten habt? 

Michael: Das war ein einschneidender Moment in meinem Leben. Ich wusste, jetzt beginnt ein neuer Lebensabschnitt, ich komme in ein Team hinein. Ich habe die Zusage damals kurz nach dem Vorstellungsgespräch bei Basler & Hofmann erhalten. Rolf Kaufmann, Projektleiter Geomatik, rief mich noch am selben Abend an und gab mir Bescheid.

Sophie: Für mich war es mega aufregend. Das Vorstellungsgespräch verlief locker, ich hatte ein gutes Gefühl und bekam auch schnell eine Zusage von Berufsbildner Paul Ludwig. Als ich die Lehre begann, war ich erst 14 Jahre alt. Denn ich hatte die obligatorische Schule teils im Ausland absolviert, darum war ich jünger als andere Lehranfänger.

Warum habt ihr die Lehre als Zeichnerin beziehungsweise als Geomatiker gewählt?

Sophie: Mein Vater ist Bauingenieur. Schon früh, wusste ich, was er bei der Arbeit macht, und fand es spannend. Mir liegt das analytische Denken und ich habe immer gern gezeichnet. Also habe ich in verschiedenen Betrieben als Zeichnerin Schnuppertage absolviert. Ich habe mich nur bei Basler & Hofmann beworben.

Michael: Ich habe die Lehre als Geomatiker wegen der Abwechslung gewählt. Ich wollte keinen Job, bei dem ich nur im Büro sitze, und habe mich darum informiert, bei welchen Berufen man auch draussen arbeitet. Dann habe ich Schnuppertage als Geomatiker in verschiedenen Firmen absolviert. Die Vermessung im Bauingenieurwesen fand ich spannender als die amtliche Vermessung. Also habe ich mich bei Basler & Hofmann beworben und die Zusage 2021 erhalten.

Lernende bei Basler & Hofmann 2026
Unsere Lernenden Sophie und Michael auf der Terrasse von Basler & Hofmann in der Rehalp in Zürich.

Was gefällt euch an eurem Beruf am besten?

Sophie: Ich zeichne Pläne, nach denen dann eine Strasse, Werkleitungen oder Gebäude gebaut oder saniert werden. Dabei gefällt mir das Modellieren am besten, das heisst, das Erstellen von 3D-Modellen, beispielsweise von Werkleitungen. Das ist anspruchsvoller, als Linien zu zeichnen. In Werkleitungs-3D-Modellen arbeitet man mit Koordinaten und Zahlen in einer Datenbank. Das beste Gefühl ist dann zu sehen, wie ein Projekt, an dem man mitgeholfen hat, draussen auf der Baustelle umgesetzt wird.

Michael: Ich bin der, der draussen in oranger Arbeitskleidung auf der Strasse steht und von dem viele denken: Das ist ein Blitzer. Aber ich bin ein Vermesser, vermesse Strassen, Häuser, Terrains. Am liebsten arbeite ich dabei mit Drohnen, um Orthofotos zu erstellen, etwa für eine Bestandesaufnahme. Wir fliegen zum Beispiel Dächer oder Fassaden von Gebäuden ab – die sind ja nicht gut vom Boden aus vermessbar. Aus den Fotos erstellen wir dann mittels einer Software 3D-Modelle für unsere Auftraggeber.

Zeichnerin am Arbeitsplatz
Sophie Schönsee an ihrem Arbeitsplatz.

Wie habt ihr die Lehre erlebt?

Michael: Die vier Jahre der Lehre waren sehr angenehm. Es gab auch stressige Zeiten, zum Beispiel vor Projektabgaben oder vor der Drohnenprüfung. Besonders streng war es einmal, als ich während einer gewissen Zeit einen Kollegen vertrat, der neben mir als einziger einen bestimmten Drohnentyp fliegen konnte. Da musste ich selbst die Planung machen, alle Bewilligungen einholen, die Daten auswerten und modellieren, bis hin zur Abgabe der Arbeit an den Auftraggeber.

Sophie: Im Verlauf der Lehre erweiterten sich meine Interessen. Ich merkte, dass mir das Gestalterische mehr am Herzen liegt als das Bauen. Auch habe ich neue Hobbies entdeckt, zum Beispiel Mixed Martial Arts (MMA) sowie philosophische Themen rund um Wahrnehmung, Bewusstsein und die Frage, was über unsere unmittelbar erfahrbare Welt hinaus geht. Als Zeichnerin im Ingenieurbau bin ich jetzt gut in dem, was ich mache. Trotzdem möchte ich mich weiterentwickeln, um Philosophie zu studieren. Im Nebenfach möchte ich etwas Praktisches wählen, was meine beruflichen Perspektiven ergänzt.

Damit sind wir bei der Zukunft. Was werdet ihr tun, wenn ihr das Fähigkeitszeugnis EFZ  habt?

Michael: Feiern! Zuerst an der Abschlussfeier und dann werde ich mit Kollegen etwas trinken gehen. Im Sommer nehme ich mir eine kleine Auszeit, gehe nach Frankreich zum Surfen. Danach würde ich gern bei Balser & Hofmann weiterarbeiten, und dann die Rekrutenschule absolvieren. Vielleicht werde ich sogar eine Ausbildung als Berufsmilitär machen.

Sophie: Auch ich werde zuerst feiern, dann nach Indonesien reisen, wo ein Teil meiner Familie lebt. Auf diese Auszeit freue ich mich riesig. Danach werde ich ein Jahr als Zeichnerin bei Basler & Hofmann arbeiten, anschliessend die gymnasiale Matura an der Kantonalen Maturitätsschule für Erwachsene machen, und dann an einer Universität studieren. Das ist die Richtung, die ich im Moment einschlagen möchte.

Wenn ihr in zehn Jahren auf eure Lehrzeit zurückblickt: An was werdet ihr euch erinnern?

Sophie: An Herrn Grob! Meinen Berufsfachschullehrer. Er unterrichtet Planung und Mathe und ist der beste Lehrer überhaupt. Er ist ein cooler Typ, nimmt sich Zeit für uns Schülerinnen und Schüler und kann sehr gut erklären. Auch das vierwöchige Baustellenpraktikum hat mir gefallen. Eindrücklich war, über einen längeren Zeitraum mitzuerleben, wie meine gezeichneten Pläne umgesetzt wurden. Wie das Gedachte in Materie umgesetzt wird. 

Michael: Ich werde mich sicher an einzelne Projekte erinnern. Wenn ich durch den Gubrist-Tunnel fahre, werde ich daran denken, wie wir den Schnitt für die neue mittlere Röhre vermessen haben. Wenn ich zuhause ein bestimmtes -Mineralwasser trinke, erinnere ich mich, wie wir in der Westschweiz für diese Firma Deformationsvermessungen durchgeführt und einen fixen Tachymeter für ein Monitoring installiert haben. Ich werde aber auch an die Zeit neben der Arbeit denken, die wir im Vermessungsteam zusammen verbracht haben. Zum Beispiel haben wir zusammen Eishockeyspiele besucht. 

Geomatiker mit Drohne
Der angehende Geomatiker Michael Sieber steuert während der Lehre bei der Vermessung eine Drohne.

Die letzte Frage: Wer eignet sich für den Beruf als Zeichner:in oder Geomatiker:in im Ingenieurbau?

Sophie: Als Zeichnerin im Ingenieurbau muss man strukturiert denken können. Man muss Abläufe planen können, damit das Ergebnis gut und termingerecht abgegeben werden kann. Auch ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen ist wichtig, man sollte gut in Mathe und Geometrie sein und gern im Team arbeiten. Die meiste Zeit arbeiten wir in diesem Beruf im Büro, doch dank dem aufgestellten Team und der angenehmen Arbeitsatmosphäre wird es uns nie langweilig.

Michael: Ich würde meinen Beruf als Geomatiker jedem empfehlen. Er ist abwechslungsreich und man ist viel draussen. Mathe, Geometrie und räumliches Verständnis sind auch wichtig. Es braucht manchmal auch Durchhaltewillen. Als Geomatiker hat man auch mal lange Arbeitstage, sogar Nachtschichten. Wird zum Beispiel ein Autobahntunnel vermessen, dann passiert das nachts, wenn der Tunnel für den Verkehr komplett gesperrt ist. Auch gut ist, wenn man eher extrovertiert ist: Ein Geomatiker hat viel Kundenkontakt und wird draussen auf der Strasse oft darauf angesprochen, was man da macht. Ungeeignet wäre der Job für Menschen, die nicht gern auf Baustellen sind.

Vielen Dank für das Gespräch. Wir wünschen euch für die Zukunft alles Gute!

Weitere Impulse für Sie
News
«KEEP IT CO2OL»: Basler & Hofmann unterstützt Ausstellung zum Thema CO2 an der ETH Zürich
Consulting
Erneuerbare Energien
Immobilien
Infrastruktur
Mobilität
Nachhaltigkeit
Umwelt
Wasser
News
Das «Und Magazin» 2024 zum Thema «Reserven» ist da
Digitalisierung
Immobilien
Wasser